Die Enttäuschung war groß beim TV Engers : Im Auswärtsspiel der Oberliga Rheinland Frauen 2025/26 unterlag die Mannschaft überraschend dem Tabellenletzten TV Bad Ems mit 19:25. Eine Niederlage, die im Lager der Engerserinnen für nachdenkliche Gesichter sorgte – nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch wegen des Spielverlaufs.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Gäste vielversprechend. Engers startete konzentriert, setzte die Vorgaben gut um und erspielte sich früh eine Führung. Vor allem über schnelles Umschaltspiel und eine bewegliche Abwehr gelangen Ballgewinne und klare Torchancen. Doch genau hier lag das Problem: Die Chancenverwertung ließ bereits in der ersten Halbzeit zu wünschen übrig. Mehrfach scheiterten die Engerserinnen frei vor dem Tor oder ließen beste Wurfmöglichkeiten ungenutzt.
Bad Ems hingegen blieb geduldig, nutzte die sich bietenden Räume konsequent und arbeitete sich Stück für Stück ins Spiel. So kippte die Partie noch vor der Pause – statt einer möglichen komfortablen Führung für Engers ging es mit einem Rückstand in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Engers, das Tempo hochzuhalten. Doch immer wieder schlichen sich technische Fehler ein, dazu kam eine gewisse Unsicherheit in entscheidenden Momenten. Die Gastgeberinnen spielten ihre Angriffe diszipliniert zu Ende und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Spätestens Mitte der zweiten Halbzeit zeichnete sich ab, dass es für die Gäste an diesem Abend schwer werden würde, das Spiel noch einmal zu drehen. Auch eine „offene Manndeckung“, die normalerweise immer nur in den letzten Spielmomenten erfolgt, wurde bereits Mitte der zweiten Halbzeit erfolglos ausprobiert, um Bälle zu gewinnen.
Ein entscheidender Faktor ist die aktuelle personelle Situation: Viele junge Spielerinnen prägen inzwischen das Gesicht der Mannschaft. Der Umbruch bringt Perspektive und Dynamik – aber eben auch fehlende Routine. Gerade in Drucksituationen fehlte die Cleverness, um das Spiel eng zu halten oder zu drehen.
SpielerTrainerin Derya Akbulut brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt:
„Hätten wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen genutzt, wären wir zur Halbzeit mit einer guten Führung in die Kabine! Die jungen Mädels müssen lernen, cleverer zu spielen und die Chancen, die sie sich erspielen, souveräner zu nutzen! Im Training spielen sie ohne Druck wunderschönen Handball!“
Diese Worte spiegeln die aktuelle Situation wider: Das Potenzial ist sichtbar, im Trainingsalltag zeigt die Mannschaft immer wieder ihre spielerische Qualität. Doch im Wettkampf fehlt noch die Abgeklärtheit.
Für Engers bedeutet die Niederlage einen Rückschlag im Kampf um wichtige Punkte. Gleichzeitig unterstreicht sie den Entwicklungsprozess, in dem sich das Team befindet. Der Weg ist eingeschlagen – nun gilt es, aus solchen Spielen zu lernen und die vorhandene Qualität künftig auch unter Wettkampfbedingungen konstant abzurufen.
